Kapitel 7
Die Tanzl weiß nicht was sie will
[avril lavigne - complicated]
Mittlerweile ist es schon Anfang Dezember. Weihnachtslieder, Straßenschmuck, vollgeparkte Lugner-City Garagen, die Menschen ärgern, die eigentlich nur ein wenig am Ergometer radln wollen zeichnen diese Zeit aus. Dori und Peter haben sich die letzten Woche halt hie und da getroffen, mal einfach nur so, mal wiederum um im Bettchen zu landen. Allgemein gesagt wurde aber gar nichts gesagt und einfach nur vor sich hingelebt. Und irgendwie scheint es so, also würde Berger gern ein wenig, ein ganz klein wenig Sicherheit in die Sache bringen. Sicherheit, dass man sich zumindest zwei mal die Woche sieht, Sicherheit, dass nicht jedes Treffen das letzte sein wird und Sicherheit, dass man sich die Dinge die man sich ausmacht auch einhaltet. Aber Sicherheit ist so ein Wort das Tanzl gar nicht mag. Tanzl die Artistin ohne Auffangnetz.
Am zehnten Dezember erreicht Bergers Outlook mal wieder eine Nachricht von der lieben Dori. Das letzte Treffen ist schon wieder einige Tage her. Berger hat daraufhin Dori mal seinen Zeitplan geschrieben inklusive der diversesten Weihnachtsfeste und Verpflichtungen die er hat und die Antwort kommt dann eben 2 ½ Tage später:
„also peter.es ist heut leider wieder alles anders..mich strudelt es zurzeit
tatsächlich ein wenig sehr was arbeit und uni und die privaten emotionalen
dinge rundherum betrifft, für die leider recht wenig platz bleibt momentan.
jedenfalls bin ich heut nacht lang wach gelegen bezüglich grübelgrübeldingen. und was superfein wäre, wäre ein verlegen des treffens auf eventuell freitag.
du hast geschrieben, dass du ab halb 3 uni hast. abends ist bei mir schlecht,
und vormittag auch nicht grad bestens.
was also fein wäre, ist ein treffen freitag mittags oder wenn zu gedrängt,
dann samstag wurscht wann ausser abends.
sei nicht bös wegen dem wirrwarr aber da stehen ein paar dinge an die ich
einerseits erledigen muss, andererseits verdauen muss.
weil ich bin ein superfloptschutti.
manchmal.
morgen hab ich dienst und dann ist das abschiedsfest von gerli, die bei uns
gekündigt hat.
daher muss der morgige tag flachfallen.
superfein wäre also samstag. aber lass mich deine prioritäten einfach wissen dickesbussidori“
„Jetzt beiß ich gleich in die Maus“, denkt sich Peter als er die Zeilen liest! Da hält man sich alle anderen Termine frei und verschiebt alles weg um sich Zeit zu nehmen und dann macht die selbstbetitelte Supertschutti sich das Leben einfach, schreibt ne e-mail, sagt alles ab und beendete es dickes Bussi – bla bla bla … alles ist gut so, ich bin eh die Beste, Zauberwort zum Schluss quasi.
„Gut gut, also Freitag oder Samstag freischaufeln“, geht es Peter durch den Kopf. Die Dori hat über ihn irgendwie eine gewisse Art von Macht, nur Peter ist sich dem nicht bewusst. In Wahrheit ist es aber ähnlich jenen Geliebten, die mit einem Partner zusammen sind, bzw. den „zusammen-sein-im-Kopf-einbilden“-Status erreicht haben, die Partner aber selber verheiratet sind und man einfach das geheime Schattendasein fristet, in dem man immer mehr auf seine eigentlichen wahren Freunde vergisst die für einen da sind, nur um ja auch Zeit zu haben wenn der holde möchte-gern Partner mal wieder auf die Idee kommt Zeit zu haben. Ansich wird man so ja ausgenützt. Aber man ist selber schuld, weil man vor lauter Hingabe die Situation einfach nicht richtig einschätzt.
Im Fall von Dori und Peter ist es ja ansich so, dass Dori ja niemanden anderen hat und Peter ja sowieso nicht. Aber grundsätzlich ist’s ähnlich, das kann man nicht verleugnen.
Sodale, Peter macht sich mal an die Antwort …. Irgendwie witzig – da wohnen zwei Menschen 10 Fuß Minuten von einander entfernt, haben beide das gleiche Handynetz mit zig hundert Freiminuten und die ganze Kommunikation wird über e-mail abgewickelt:
Hallo Frau Tanzl,
Ich hab grad probiert dich anzurufen, weil telefonieren ja eigentlich die einfachste Variante ist um miteinander zu reden.
Als ich “t-offline” am Display gelesen hab’, dacht ich mir eigentlich schon, dass da nicht drinnen steht: 19 Uhr bei mir, sondern .. Ich kann mal wieder nicht.
An und für sich kein Drama, ich hab eh ein dickes Lernbuch zu lesen, wobei mich natürlich zig 1000 mal mehr gefreut hätte dich zu sehen.
Morgen hätte ich sowieso auch nicht gekonnt, weil ich schon um 8 Uhr auf der UNI sein muss, daran hat mich der Oliver heut Vormittag noch extra erinnert …
Freitag Mittag ist toll – gehen wir halt einfach Mittagessen oder so …
Samstag kann ich BIS 14:00 Uhr, um 15:00 Uhr ist bei mir Treffpunkt zum Verladen -> Samstag Abend ist ja das Weihnachtsfest im Shelter…
Dh wir können uns, wenn du magst, sogar Freitag zum Mittagessen treffen und Samstag dann unser wöchentliches Frühstück durchziehen *gg*… Würd’ mich beides sehr freuen.
* * * *
Ich hab dich auch grad angerufen, weil ich mit deinem Laptop soweit fertig bin. Die PW hat Franz mir dann nachgereicht…
Den nehme ich dir halt dann einfach beim Treffen mit. Das ganze drumherum erklär ich dir dann vor Ort, quasi
* * * *
Deine “Verdauen” Dinge, haben die mit mir zu tun? Oder sind es andere Dinge? Du weißt eh, dass du mit mir über alles reden kannst! So wie ich schon sehr sehr froh war, dass du mir z.B. die Geschichte von deinem Halbbruder erzählt hast, war ein tolles Gefühl von dir private Sachen erzählt zu bekommen und ich hab’ mich sehr wohl gefühlt, dass du mir deine Gedanken anvertraust…
* * * *
Nachdem ich Mama gestern erzählt hab’, dass wir uns heut’ am Abend sehen, wollte sie wissen ob ihre Vermutung stimmt, dass wir 2 zusammen sind.
Ich hab ihr dann gesagt, dass wir das “Zusammenseinwort” nicht so mögen, aber sie soll einfach zusammen sein z.B. mit Liaison übersetzen und dann kommt das nah dran.
So quasi, wenn ich eine Freundin hab’ dann ist das die Dori… Weil sonst gibt’s niemand anderen diesbezüglich in meinem Leben, womit sie endlich verstanden hat, warum Kathi und ich nicht doch kurz auf Urlaub gefahren sind Ende November, Kathi auch nicht um die Weihnachtszeit nach Wien kommt…
Ich hab Mama aber gesagt, sie soll das auf keinen Fall Papa und auf in weiterer Folge natürlich deinen Eltern weitererzählen. Ich hab ihr gesagt, dass wenn die Zeit reif ist, die Leute das schon erfahren werden…
* * * *
Irgendwie dreht es mich grad komisch und ich werde wohl ein Glas Wasser trinken und an die frische Luft gehen …
Bin froh’, dass es dich gibt…
Db
Peter
PS:
weil ich bin ein superfloptschutti.
Den Satz mag ich von dir nie wieder lesen – verrücktes/verwirrtes
Huhn … Hie und da wenns passt von mir aus.
Aber Superfloptschutti – das bist du mit Sicherheit NICHT!!!!
Das war der erste Punkt … Das ist mir jetzt grad beim 2. mal lesen deines mails aufgefallen.
* * *
Die Eltern fahren vielleicht 16.12. – 23.12 auf Urlaub!!! D.h.: Peter
ist allein daheim (um 15 Uhr weiß ich dann Bescheid, da ist Papa im
Reisebüro…
* * *
Von RUEFA Reisen gibt es ein witziges Angebot – 4* Hotel auf Malta, eine Person zahlt, die andere fährt gratis mit, also fallst gratis mitfahren willst, können wir uns das ja mal überlegen … Obwohl die Termine nicht die tollsten sind (ein paar im Jänner, ein paar im Februar)
So, das war’s derweil –
Mach dich nicht selbst immer so fertig, das hast nicht verdient…
- freu mich auf’s Zechnabbeißen …
Hab dich …
„mmhh hoffentlich war das „hab dich …“ nicht wieder ein großer Fehler und morgen kommt `ne e-mail zurück, dass wir uns ja gar nicht lieb haben bla bla bla …
Peter drückt auf „senden und empfangen“ und die e-mail ist am Weg zu Tanzls Inbox.
Einige Minuten später macht es „Piep piep“ auf Peters Nokia. Es steht aber nur kurz und bündig: „Sehen wir uns Freitag Mittag, Sushi bei mir, aber wir müssen reden.“
Doris Lippenbekenntnis
[hans söllner - mei zustand]
„Es ist für mi wahnsinnig schwa wurdn, das I aufsteh in da Fria und I mit Leichtigkeit den Tog überleb. I hob das Gsicht no gor net gscheit gwoschn und merk das I Flenn und dass I mal wieder total neben mir steh. I hab des Gfui das was passiert is in mir drin, I kann euch nur net sogn wos des is. I muss mi zwingen das I in die Orbeit geh, I muss mi zwingen das I iss und trink ….“
Freitag Mittag, Peter ist am Weg zum verrückten Fisch und ist gespannt worüber Dori denn reden mag. Wie meistens beginnt das Treffen mit Step Aerobic, denn es gilt den dritten Stock zu erklimmen. Peter klingelt und Dori macht ihm nackt die Tür auf. Weniger weil sie sich ihm gleich hingeben will, sondern eher weil sie grad duschen war und Peter 10 Minuten zu früh. (Das kommt sehr selten vor.)
„Hallo Peter“, sagt Dori und drückt ihn gleich so wie sie ist. „Ich möchte dir einige grundlegende Dinge aus meinem Leben erzählen, Dinge die sonst soweit niemand oder nur sehr wenige Leute wissen. Da dies für mich schwierig wird, dachte ich mir wir legen uns einfach nackt ins Bett, halten uns und ich probier drauf los zu erzählen, ok?“ „Klaro, nackt im Bett ist immer fein, und dass du mir soviel Vertrauen entgegenbringst ist natürlich noch viel feiner.“ Und so entledigt sich Peter seines Gewandes und die zwei Leute huschen unter die Bettdecke.
„Peter, wie stehst du zu Rauschmitteln aller Art?“ „Ich dachte du willst mir was erzählen, aber gut dann leg ich mal los.“, entgegnet Peter und gibt seine Meinung darüber Preis. Dass er auch einiges genommen hat. Gras und Pilze im Besonderen. Aber nie exzessiv und vor rund zwei Jahren erkannt hat, dass dies eigentlich extrem sinnlos ist. Er selber hat den Drogen abgeschworen bis auf eventuell einen geteilten Joint im Jahr wenn es wirklich dazu einen Anlass gibt. Aber das muss schon wirklich ein toller Anlass sein und die richtigen Menschen rund um ihn rum. Außerdem hat Peter ja einen guten Freund durch eine Überdosis Heroin verloren, überraschend da kaum jemand wusste, dass derjenige wirklich so weit ging. Andere Freunde von Peter wurden durch überhöhten Gancha Konsum total unzuverlässig, weltfremd und unordentlich. „Alles in allem ist das nicht mehr meine Welt“ … Peter räuspert sich … „Aber wenn du mir jetzt erzählen möchtest, dass du hie und da mal nen Joint rauchst, geht die Welt auch nicht unter, schließlich bin ich nicht blind und eine Nase hab ich auch, eine sehr große sogar.“
„Ah du hast das bemerkt?“ Fragt Dori. „Klar gleich als ich das erste Mal bei dir war lag außerdem noch ein Büschl Gras bei dir am Tisch. Ich hab nur angenommen, dass du es halt hie und da tust und nicht superregelmäßig.“
„Mmhh ja im Sommer, da hab ich ziemlich viel von dem Zeugs zu mir genommen das stimmt, auch jetzt rauch ich hin und da mal was, das ist klar. Es bringt mir einfach so etwas wie Entspannung in mein Leben. Das, was die letzten Tage aber mich ein wenig außer Rand und Bann gebracht hat, war die Flasche Psychopax, das Mittel erzeugt ein total chilliges High, beruhigt einerseits, andererseits putscht es rein psychisch voll auf wie `ne Mixtur aus Koks und GHB. Psychopax ist flüssiges Valium, das in Äthanol gelöst ist und deshalb eine viel stärke Wirkung als zum Beispiel Valium Tabs hat. Natürlich hab ich nicht die ganze Flasche konsumiert, aber schon zwei Nächte hintereinander. Als ich dir das letzte Mal absagte, war es ein Tag wo ich darauf aufgewacht bin und es war eigentlich in Wahrheit ein reiner Albtraum.“
„Tja, was soll ich großartig dazu sagen?“, wirft Peter ein. „Klar könnte ich dich nun mit Fragen durchlöchern aber das möchte ich mir aufheben wenn ich sehe, dass es wirklich schlimm wird mit dir. Machen solche Sachen viele Freunde von dir?“
„Naja ich sag mal, dass 60 % meines Freundeskreises kifft, und wir natürlich auch immer wieder gemeinsam unseren Spaß damit haben“.
„Und von wo kriegst du das Zeugs?“
„Mmhh es gibt zwei gute Freunde, die bauen an und geben mir was ab. Und wenn die Quellen versiegt sind, es gibt so viele Gasthäuser wo man zweimal auf `nen Billiardtisch klopft oder man z.B. sagt, man möchte den ultra-speziellen Haus Cocktail, und auf einmal geht man mit nem Sackerl Dope nach Hause. Das alibi-bestellte Getränk bleibt dann meist halbvoll am Tresen stehen, da man ja schnell wieder weg mag von dort.“
„Da geb ich dir recht, so was hab ich auch einmal in meinem Leben gemacht, war aber kein großer Fan in Gasthäusern was kaufen zu gehen. Geschweige denn auf der Straße bei `nem Lookie-Lookie. Aber was anderes, Süße, ist dir aufgefallen, dass in 10 Tagen schon Weihnachten ist! Unsere ersten Weihnachten! Schenken wir uns was, oder nicht?“
„Klar schenken wir uns was! Ich hab deine Sachen sogar schon zusammen, hast du etwa nicht an mich gedacht?“
„Na klar doch, keine Sorge“, Peter setzt ein schiefes Lachen auf. Und hat aber so auch Doris Drang nun noch mehr Geständnisse abzulegen unterbunden.
Peter ist ein Meister der Weihnachtsgeschenke. Zumindest hält er sich für einen. Er hat für Dori ein paar ganz besondere Sachen ausgedacht. Unter anderem ein Buch, um das Gehör zu verbessern, da es ein Traum von Dori ist nach ihrem derzeitigem Studium noch Musiktherapie zu studieren und das ein besonderer Wunsch ist. Außerdem ist noch eine Club Danube Karte und ein Sportoutfit dabei, um sie sportlich ein wenig voranzutreiben und ein paar andere Kleinigkeiten.
„Du Tanzlinchen, darf ich dich einfach am 22.12. zu unserer kleinen privaten Weihnachtsfeier einladen? Ich würde gern mit dir ins Maredo gehen in die Griechengasse“
„Ok fein Peter, das machen wir“, sagt Dori, umarmt Peter, küsst ihn. Und das was danach kommt, hüllen wir mal wieder unter dem Mantel des Schweigens.
„Das Essen im Maredo war äußerst lecker. Und das Rumschmusen mit Peter auch wie meistens eine wirklich feine Sache. Heute hätte er echt noch ein, zwei Stunden länger bei mir bleiben können.“, denkt sich Dori, die nicht einschlafen kann und liest nochmals Peters „Vorweihnachtsbrief“
„„ich kann mein Herz nicht finden, ich hab’s nur irgendwo verloren … vielleicht hast du’s gefunden, ich fühl mich schon wie halb erfroren, mit mir ist vor 5 Monaten und ein bisschen was etwas geschehen, ich kann nicht sagen was es ist, aber vielleicht kannst du’s verstehen … ich hab mein Herz verloren … vor 5 Monaten war’s noch bei mir … ich hab mein Herz verloren, ich merk’ erst jetzt, dass es mir fehlt …
aber wenn du es findest, wär’s nicht so schlimm wenn du’s behältst.“
Hallo Dori – das ist der Brief zum „5 Monate kennen wir uns nun schon“-Tag
Es ist Weihnachten! Ich weiß zwar jetzt noch nicht, ob es unser Weihnachten ist, und wir irgendwo sitzen, Geschenke austauschen und auspacken, oder ob du daheim bei der Familie bist und meine Pakerl unter eurem Christbaum liegen. Auf jeden Fall hab ich aber die Möglichkeit dir ein paar Zeilen auf’s Aug’ zu drücken und das möchte’ ich natürlich nützen.
Vor fünf Monaten bist du nun einsam und verlassen
neben der Hochstrahlbrunnenbühne gesessen und ich hab dich gefragt ob du dich nicht zu uns an den Tisch setzten möchtest. Dann haben wir noch das ein oder andere Gläschen gekippt und sind mit der U-Bahn heim. Da war dann das erste Mal etwas. Etwas Unerklärliches, obwohl wir betont Distanz gehalten haben, hab ich in dem Moment begonnen mich in dich zu verknallen. (Nur wusste ich es in dem Moment noch nicht)
Der 22. Juli 2003
Am 23. Juli waren wir dann gemeinsam im Vorstadt (um früh in der Früh) – und du hast mir von Indien erzählt und deinen Fußmarschplänen, ich dir ein wenig über mein Leben… heimgebracht … Abschiedsbussi …
Der Abschied im Prinzip ein Beginn unglaublich aufregender 10 Tage – Date … Irish Pub … noch irgendwo – Musikerhände – Kuss. Keine Angst, die essentiellen Dinge dieser Nacht werde ich wohl bis ins Grab mitnehmen so einprägsam waren die.
Doch irgendwie hat’s sich ergeben, dass du einen Tag vor dem ersten Pardon? Konzert nach Griechenland fliegst – während Kathi beim Konzert da stand. Und ich dann mit der Schwester K. in Spanien, bei dir in Gedanken war.
„Ich möchte dich wieder sehen“ – Deine Worte sind ziemlich eingefahren. Das waren jene Worte, die du einen Tag vor unserem Abschiedsminifrühstück vorm Urlaub mir im Bett gesagt hast. So klar es für mich war, dass wir uns wieder sehen und küssen, so unklar war es wohl zu dem Zeitpunkt für dich.
Wir haben uns auch wiedergesehen … geküsst … gesext… einige tolle Tage mit dir.
Dann der Unfall deiner WG – ich wollte für dich da sein, dir zeigen, dass ich rund um die Uhr zu dir stehe wenn du etwas von mir brauchst … du wolltest allein’ sein … das hat sich wohl ziemlich gebissen.
„Wenn niemand bei dir ist, du denkst keiner dich sucht, du hast die Reise ins Jenseits vielleicht schon gebucht, und all die Lügen geben dir den Rest halt dich an deiner Liebe fest … Halt dich an deiner Liebe fest …
Wenn der Frühling und deine Seele brennt, du wachst nachts auf aus deinen Träumen, weil keiner bei der pennt, denn der auf dem du wartest dich sitzen lässt – halt dich an deiner Liebe fest … Halt dich an deiner Liebe fest …
Wenn der November Wind deine Hoffnung verweht, du bist so müde und weißt nicht wie’s weitergeht, wenn dein kaltes Bett, dich nicht schlafen lässt, halt dich an deiner Liebe fest … Halt dich an deiner Liebe fest …
(dieses Zitat nur, weil ich mir gerade die CD anhör, die du eventuell zu Weihnachten bekommst *ggg*)
Befreiend war dann die lange e-mail von dir, sehr befreiend. Meine Antwort darauf, hast du wohl noch in Erinnerung …
Wann war das wohl …
10.10.2003 – auch schon wieder 2 ½ Monate her … wie die Zeit verrinnt
)
Danach hast du unser nächstes Treffen immer ein bisschen rausgeschoben. Und es war dann wunderschön.
Du hattest die Wohnzimmercouch ausgezogen, und wir sind darauf gelegen, haben uns gestreichelt, haben geredet…
Darauf folgte eine ungewisse, jedoch schöne Zeit mit dir.
Durchbrochen von den „Verschiebern“ die du immer wieder eingebaut hattest – und durch das Frühstück in Oberlaa wurde dann unsere Frühstücksdate Zeit geboren, in der wir grad’ drinnenstehen.
Das Highlight war meiner Meinung nach, oder die zwei Highlights:
- Silberkammer, als du mir viel von dir und deiner Familie erzählt hast…
- Schloss Wilhelminenberg, spazieren, von Mama beim Küssen erwischen lassen
Und jetzt ist Weihnachten, oder unser Weihnachten oder dein Familienweihnachten – wie gesagt … das weiß ich jetzt noch nicht….
Eins kann ich dir aber versichern, du hast in den fünf Monaten eine ganz besondere Stellung in meinem Leben eingenommen.
Und – hab’s dir zwar eh schon ein paar Malta
…. Mal gesagt: Ich bin sooooooooo froh, dass es dich gibt!
(Hab Mal geschrieben und es wurde automatisch Malta draus)
Ich mag’ dir ein bisschen die Aufteilung der Geschenke erklären …
4 Geschenke für 3 Doris …
SPORT – MUSIK – LITERATUR Dori (siehe Zeichnungen)
Alles klar?
Die CD, die ich die ganze Zeit zum Liedtextzitieren missbrauche = MUSIK
Die Computer-Musik-CD …die NOCH NICHT DA IST!!!!! – für Deine Prüfung, die du hoffentlich nochmals probieren wirst und dann schaffst.
Die CD ist per Musik-online-Shop unterwegs und wird wohl erst beim ersten Treffen nach X-Mas, bzw. nach unserem Weihnachtsfest bei dir eintreffen
) – gehört aber auch zu MUSIK …. Tja trotz aller „Berger–Connections“ hat’s nicht rechtzeitig geklappt…
Das Sportzeugs ist fürs Club Danube Turnen, eine Sache die wir hoffentlich auch noch gemeinsam schaffen … oder halt dann radln im Frühling…
BUCH! Ja auch für dich – und ich glaub’ ein klitzekleinwenig passts zu dir… viel Spaß beim Durchblättern.
„Die Welt schaut rauf zu meinem Fenster, die müden Augen ganz staubig und scheu. Ich bin hier oben auf meiner Wolke, ich seh dich kommen, aber du gehst vorbei …
Es ist schön mit dir, schön mit dir, mein süßer Fisch
Frohe Weihnachten!!!!!!!!!!!! – Dein Peter“
Stille Nacht, heilige Nacht
[eduard ebel - leise rieselt der schnee]
24.12.2003 – Weihnachten! Bei Familie Berger ist Weihnachen immer ein wenig traurig. Denn der ganz große Bruder von Peter ist rund um Weihnachten gestorben. Noch als Baby. Deswegen wird selbstverständlich immer eine Kerze angezündet und an ihn gedacht.
Oma kommt immer, und man weiß natürlich nie wie viele Weihnachten es noch mit ihr geben wird. Oma Berger ist die beste und liebste Oma die man sich überhaupt so vorstellen kann. Für ihre zwei Enkelkinder hat sie immer ein Ohr und ein Auge offen und sie sind ihr ein und alles.
Für Peter sind es die ersten Weihnachten mit der Dori. Auch wenn Dori am Land bei ihren Eltern feiert, so liegen doch die Packerle da, die liebevoll von ihr verpackt wurden. Am Morgen hat Papa Tanzl noch ein Packerl von Peter geholt, das via Botenservice erst am 24. ankam.
Weihnachten bei den Bergers ist immer recht ähnlich. Zuerst wird mal gut gefuttert. Mama Berger ist eine kleine Meisterköchin und macht lauter gute Sachen. Hauptspeise ist traditionell irgendwas mit Fisch.
Danach das Packerle Auspacken. Oma zeigt dabei immer wie toll sie sich freuen kann. Zitat: „Des brauch ich eh nicht“ oder „tausch das um“ oder aber auch „geh ich sterb eh bald, viel zu teuer“.
Nichts desto trotz ist es toll mit Oma zu feiern und zu Weihnachten ist sie auch immer gut gelaunt mit Papa Berger die ein oder andere Runde zu schnapsen während die Familie wartet bis die Freundin von Peters älteren Bruder aufkreuzt.
Peter und Dori smsln derweil umher und telefonieren. Peter bekam von Dori eine Elchin. Eigentlich ist es eine Giraffe. Aber sie passt gut zu dem Elch, den er Jahre davor von der Schwester Katharina bekam. Und Peter beschließt daraufhin, dass der Herr Elch und die „Giraffe die so tut als ob sie eine Elchin wär’“ von nun an zusammen sind.
Dori kriegt dann gleich auch eine MMS mit Elch und der qasi Elchin.
Im Großen und Ganzen sehr schöne Weihnachten. „Mmhhh ich würd so gern mit dir jetzt kuschln Tanzl, träum süße. HDL und vermiss dich ganz toll“ tippselt Peter noch in sein Handy bevor er die Augen zumacht und an Dori denkend einmützt.
Es kracht mal wieder ordentlich
[paula cole - i don’t want to wait]
Die fünfte Staffel von Dawsons Creek läuft gerade in ORF 1 und Berger freut sich jedes Mal aufs Neue wenn er den Jungs und Mädels zusehen kann und bei den Dramen mitleben die sich dort ergeben.
„I don’t want to wait for our lives to be over, will it be so will it be – sorry.”
Es ist der 30.12. und nur noch einen Tag bis Silvester und zur großen Party. Angesagt haben sich die Schnecke, der Bassspieler von Pardon? mit seinem Sternchen. Bruder und Freundin von Bruder, der beste Freund von Berger und seine Freundin, über alle Zeiten gesehen bester Freund und sein aktueller Superkumpel. Letzterer ohne Freundin. Leider. Dabei ist der so ein netter und toller Kerl.
Peter schwingt sich in sein Auto und startet die Einkaufstour. Er möchte lauter verschiedene Ecken machen. Die X-Box Ecke, die Quiz Ecke usw, damit seine Gäste ja unterhalten sind.
Und dann soll es ein ganz toll besonderer Abend werden. Die Dori wird das allererste Mal bei ihm übernachten. Peter kauft ihr deswegen ein „survival package“. Verpackt in einer roten Krampustüte ist alles drin was Frau von heute so braucht. Zahnbürste, Zahnpasta, Abschminkzeugs, Duschgel, Shampoo … usw… ein richtig tolles kleines feines Sortiment. Peter freut sich schon so sehr aufs Einschlafen und Aufwachen. Er hofft, dass es die Nacht wird wo die zwei ihren Bund endgültig besiegeln und sagen, dass sie zusammen sind.
Der Tag vergeht schnell und der nächste auch und am frühen Abend sind schon die Gäste da. Der Abend entwickelt sich jedoch nicht so sehr zur Superparty wie Berger es gerne gehabt hätte. Klar gibt’s ein Quiz da, eine runde Worms 3D dort. Leckerein vom Buffet. Aber der Funken springt nicht über. Erst als dann nur noch die drei jungen Pärchen da sind wird’s lustig. Gitarre gespielt, getanzt … bis dann gegen zwei in der Früh nur noch Peter und Dori da sind, weil die anderen auf andere Partys oder nach Hause gehen.
„Duu Dori, ich hab was für dich.“ Peter führt Dori ins Gästezimmer und zeigt ihr das frisch gemachte Bett und das Survival Package. Dori freut sich zwar, doch schaut sie ihn mit großen Augen an und sagt: „Duuu Peter, ich hab mir vorhin ein Taxi für halb drei bestellt, ich hab ja Tom noch versprochen auch auf seiner Party zu sein.“
Peter ist traurig. „Du hast doch gesagt du bleibst nachher bei mir“, sagt er leise … „Ja aber Tom wäre sonst böse, wenn ich nicht noch bei ihm vorbeischau.“ Ok, dann lass uns ein bißl aufräumen und dann runtergehen, bei dem Schnee kommt der Taxler eh nie rauf.
Der einzigartige wunderschöne Schneekuss
[lutricia mcneal - perfect love]
Hand in Hand gehen Peter, der sich langsam mit der Situation abgefunden hat, und Dori runter und warten aufs Taxi. Unten angelangt zieht Peter Dori an sich und drückt Dori an sich. Der Kuss der darauf folgt ist der schönste Kuss den Peter bis dato erlebt hat. Ein unglaubliches Gefühl von zwei Menschen die nichts anderes wollen als sich spüren. Es ist „magic in the air“. Die Schneeflocken fliegen unbeirrt umher. Peter kommt sich vor als wäre eine Kamera auf sie gerichtet, die sich im Kreis dreht und die Umgebung unscharf erscheinen lässt, während Dori und er im Mittelpunkt der Welt stehen und es nichts Wichtigeres im Universum gibt als diesen einen Moment, diesen Kuss, diesen intensiven Ausdruck von zwei Menschen, die sich vielleicht dann und wann nicht sicher sind ob sie zusammen gehören. Aber in den Momenten wo sie sich sicher sind nichts anderes wollen außer den Partner.
„Magic Moments“ haben jedoch leider das Wort „moment“ enthalten. Und so durchbricht ein schrillendes Gehupe alles. Der Taxler ist da. Peter und Dori haben es schlichtweg nicht mitbekommen.
Um vier in der Früh schrickt Peter auf und bekommt: „Du, ich hätte lieber bei dir bleiben sollen, die Party ist eine Katastrophe und ich bin geflohen“ aufs Handy. Peter ruft darauf hin Dori an und fragt, ob er sie noch holen soll zum Einschlafen und Aufwachen. Dori klingt am Telefon komisch und meint, dass sie nur schlafen mag und sonst nichts, aber Mittagessen fein wäre so in 9 Stunden beim Griechen in Ottakring.